© Harald Krondorfer


FAQ - Häufig gestellte Fragen


Was für Kartenmaterial habt Ihr benutzt?

Generalkarten oder ähnliche im Maßstab 1:250.000 oder kleiner. Von größeren Maßstäben kann ich nur abraten: Die kleinen Nebenstrecken, die oftmals am interessantesten sind, sind meist nicht eingezeichnet. Die Investition in gutes Kartenmaterial lohnt sich in jedem Fall, auch wenn man unter Umständen fünf Karten oder mehr verstauen muss.

Wie sieht Eure Vorbereitung aus?
Viel ist nicht notwendig: Das Zielgebiet grob festlegen (gar nicht unbedingt erforderlich) Kartenmaterial besorgen (immer im voraus, unterwegs muss man oft lange nach gescheiten Karten suchen), volltanken und Tankrucksack packen. Wichtig in der Zeit bis Mitte Juni und ab Ende September: Alpenstraßenbericht im Internet checken (z. B. bei Donnerwetter).
Vergeudet nicht soviel Zeit mit Streckenplanung, genießt lieber die Landschaft und seht zu, wo Ihr am Ende des Tages landet. Das macht einen wesentlichen Reiz einer Alpentour aus.

Muss ich mein Moped besonders vorbereiten?

Klares jein. Besonderes ist eigentlich nicht notwendig, aber eine kritische Prüfung ist schon wichtig. Dies ist besonders wichtig, wenn man mit einer größeren Gruppe unterwegs ist. Oder möchtest Du derjenige sein, wegen dem die ganze Gruppe in glühender Hitze auf dem Parkplatz einer Werkstatt warten muss? So schafft man sich keine Freunde. Schon zu zweit waren die Unterbrechungen wegen runtergefahrener Reifen (2002) oder alter, oxidierter Bremsflüssigkeit (2003) recht nervig.
Abgesehen davon ist eine Inspektion zu Hause in jedem Fall weniger kostspielig als eine Reparatur unterwegs.

Was ist die ideale Gruppengröße?

Wir sind immer zu zweit oder zu dritt unterwegs gewesen. So kommt man einigermaßen flott voran. Bei Gruppen größer als fünf Personen sehe ich eine kritische Grenze erreicht. Man kann nicht mehr so zügig überholen und hat mehr Probleme bei der spontanen Zimmersuche.

Habt Iht Tipps zum Fahren in der Gruppe?

Ja. Erstens sollte die Gruppe möglichs homogen sein, was die Leistung und das Fahrkönnen angeht. Zweitens solltet Ihr in der Gruppe striktes Überholverbot vereinbaren. Gruppeninterne Rennen werden so am wirkungsvollsten unterbunden und man kann sich auf seinen Vordermann am besten einstellen, wenn es immer der selbe ist. Außerdem ist es ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass von hinten keine “Gefahr” droht.

Kann ich als Anfänger Eure Touren nachfahren?

Es kommt grundsätzlich nicht in erster Linie darauf an, wo man Moped fährt, sondern wie! Alle unsere Touren verliefen auf öffentlichen Straßen und waren mit jedem Moped zu bewältigen. Insofern gibt’s keinen Grund, Anfängern abzuraten. Als Anfänger würde ich vielleicht etwas kürzere Tagesetappen wählen, aber sonst...

Wo habt Ihr übernachtet?

Ausschließlich in Privatunterkünften. Das ist relativ preisgünstig und sehr bequem, da man in der Regel “Übernachtung mit Frühstück” hat.

Wie sieht’s mit Zelten aus?

Echt klasse - aber ohne uns! Es gibt einige gute Gründe, die aus unserer Sicht dagegen sprechen:
1. Bei einer Tour von nur drei oder vier Tagen möchte ich mir wirklich nicht die Zeit für den Zeltauf- und -abbau nehmen.
2. Das ganze Geraffel (Zelt, Schlafsack, Isomatte,...) möchte ich nicht mitschleppen.
3. Das Wetter in den Alpen ist manchmal launisch - ich habe trotz aller Lagerfeuerromantik keinen Bock, nachts zu frieren oder abzusaufen.
4. Ich will mich an einen gedeckten Frühstückstisch setzen.
5. Es ist nicht wirklich günstiger.

Habt Ihr Eure Übernachtungen vorher fest gebucht?

Nein, nie. Das wäre auch schwierig, da unsere Reiseplanung meist nur darin besteht, vollzutanken und uns auf ein ungefähres Ziel zu einigen. Dann fahren wir, so lange wir Lust haben und nehmen uns dann ein Zimmer. Es empfiehlt sich meines Erachtens auch nicht, sich vorher allzu sehr festzulegen. Schließlich muss man ja flexibel sein, wenn das Wetter in einer Region mal nicht mitspielt oder wenn sich unterwegs irgendwelche lohnenden Abstecher ergeben (und die ergeben sich grundsätzlich unterwegs).
Also: Wenn die Gruppe nicht zu groß ist (max. 4-5 Leute) - einfach losfahren.

Wie habt Ihr Eure Übernachtungsmöglichkeiten gefunden?

Ganz einfach: einfach Ausschau nach entsprechenden Schildern halten. Am leichtesten ist die Zimmersuche in oder in der Nähe von Winterurlaubsorten, da es hier sehr viele Privatvermieter gibt, die auch im Sommer gern Ihre Zimmer für eine Nacht vermieten. Am einfachsten ist es unserer Erfahrung nach in Österreich, ein Zimmer zu einem günstigen Preis zu finden, deshalb haben wir oft versucht, uns so einzurichten, dass wir in Österreich übernachten können. Im Allgäu ist’s allerdings genauso gut...
Schwierigkeiten hatten wir eigentlich nur einmal am Lago Maggiore. Das lag aber auch daran, dass wir zu spät ankamen. In solchen Gebieten empfielt es sich insbesondere an Wochenenden, rechtzeitig mit der Zimmersuche zu beginnen.

Was muss ich pro Übernachtung einkalkulieren?

In Österreich bekommt man in der Regel für 15 bis 20 Euro pro Nase ein schönes Zimmer mit Frühstück. In Italien (Dolomiten oder Lago Maggiore) und in der Schweiz muss man mit etwas mehr rechnen, für 25 bis 30 Euro kommt man aber auch unter (Stand: 2002).
Wenn man nur eine Nacht bleibt, muss man meist einen kleinen Preisaufschlag akzeptieren. Das ist aber okay, wenn man bedenkt, dass praktisch die gleiche Arbeit wie bei mehreren Nächten anfällt.

Seid Ihr immer mit Eurem gesamten Gepäck unterwegs?

Klar. Aber was braucht man auch für vier Tage? Die Devise ist immer: Alles was nicht in den Tankrucksack passt, bleibt daheim. Ich rate dringend davon ab, zuviel Ballast mitzunehmen, das verdirbt schnell den Spaß. Sicherlich kann man auch sein Gepäck in einer Unterkunft lassen und von dort aus “Tagesausflüge” mit  kleinem Gepäck machen, aber das hieße ja schon wieder, sich festzulegen.
Also besser gleich nur mit kleinem Gepäck losfahren - schließlich geht es hier ja nicht um eine Expedition.

Habt Ihr eine bevorzugte Region?

Klar. Das merkt man auch an unseren Routen, oder? Allerdings bin ich der Meinung, dass jeder für sich “seine” Lieblingsregion entdecken sollte. Insofern sollten unsere Tourenbeschreibungen als Anregung dienen und Lust auf eigene Touren machen.

Könnt Ihr Literaturempfahlungen geben?

Elke und Dieter Loßkarn: Alpen. Edition unterwegs, Motorbuchverlag, 3. Auflage, 1994.